Asbest erkennen

Asbest ist der Sammelbegriff für einige Mineralstoffe, die in der Natur vorkommen. Sie bestehen aus mikroskopisch kleinen Fasern, die man nicht mit bloßem Auge erkennen kann. Es sind mehr als 3.500 verschiedene Anwendungen von Asbest bekannt. Einige der am meisten vorkommenden Anwendungen sind:

Dachabdeckungen

Graue Wellplatten

Dämmstoffe

Alte Kanalisationsrohre

Alte Bodenbeläge

Fragen über Asbest? Laden Sie die App AsbestCheck herunter!

Asbest ist überall vorhanden. Seien Sie deshalb stets auf der Hut.

„Habe ich Asbest im Haus?“ Diese Fragen stellen sich viele Menschen – und zwar zu Recht. Das Risiko, dass Ihr Wohngebäude Asbest enthält, ist nämlich sehr groß. Vor allem dann, wenn es zwischen 1950 und 2000 gebaut oder gründlich umgebaut wurde.

Die App AsbestCheck kann Ihnen bei der Einschätzung helfen, ob es auch bei Ihnen Asbest gibt. Und vor allem bei dem, was dann zu tun ist!

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Professionelle Hilfe

Wann darf ich Asbest selbst entsorgen? Wann muss ich auf professionelle Hilfe zurückgreifen?

Die Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Die wichtigste Regel lautet: Betrifft es fest gebundenen Asbest? Kann man die Materialien entfernen, ohne sie zu zerbrechen? Dann dürfen Sie den Asbest selbst entsorgen.

Von dieser Regel gibt es jedoch sehr viele Ausnahmen. Zum Beispiel wenn sich die Materialien in schlechtem Zustand befinden oder sie Risse oder Brüche aufweisen. 

Im Nachfolgenden finden Sie die allgemeinen Grundsätze.

Sogenannte fest gebundene Anwendungen in gutem Zustand darf man als Privatperson selbst entsorgen. Treffen Sie jedoch die folgenden Vorkehrungen:

  • Bestreichen Sie das zu entfernende Material mit einem Fixiermittel.
  • Tragen Sie eine Atemschutzmaske des Typs FFP3 und sorgen Sie dafür, dass sie dicht anliegt.
  • Tragen Sie einen Einwegoverall und Einweghandschuhe. Ziehen Sie diese danach aus. Spülen Sie auch Ihre Schuhe draußen ab.
  • Vermeiden Sie, dass Fasern freigesetzt werden, indem Sie das Material befeuchten.
  • Demontieren Sie manuell die Asbestelemente, eines nach dem anderen.  Versuchen Sie, diese nicht zu zerbrechen.
  • Verwenden Sie Handwerkzeug (Schraubendreher, Klauenhammer). Verwenden Sie auf keinen Fall sich schnell drehende Maschinen wie eine Schleifscheibe oder Bohrmaschine!
  • Werfen Sie asbesthaltige Materialien nicht herab, sondern bringen Sie sie vorsichtig auf die ebenerdige Fläche.
  • Verpacken Sie das Material in spezielle Asbestsäcke oder in mit einem Asbestetikett versehenen Big-Bag in Container. Entsorgen Sie auch Ihre benutzte Schutzkleidung in diesem Sack oder Container.

Typische Beispiele für fest gebundenen Asbest sind Wellplatten oder Schieferplatten. Um diese zu entsorgen, können Sie sich auch an einen Bauunternehmer wenden. Wählen Sie dann jedoch einen Bauunternehmer, dessen Arbeitnehmer über die jährliche Ausbildungsbescheinigung „einfache Handlungen“ verfügen.

Sie können das fest gebundene asbesthaltige Material in gutem Zustand jedoch auch einfach an Ort und Stelle lassen. Das ist kein Problem, solange Sie keine Arbeiten planen, durch die das Material beschädigt werden kann.

Achtung! Betrifft es schwach gebundenen Asbest? Beispiele dafür sind asbesthaltige Dämmung an Leitungen oder gespritzte asbesthaltige Dämmstoffe? In diesem Fall müssen Sie sich stets an ein zugelassenes Asbestentsorgungsunternehmen wenden. Wenn Sie diese Art von Materialien entsorgen, werden nämlich stets Asbestfasern freigesetzt.

Haben Sie noch Fragen wie beispielsweise:

  • Worauf muss ich bei der Auswahl eines Asbestentsorgungsunternehmens achten?
  • Wie wird Asbest entsorgt?
  • Wo kann ich meinen Asbestmüll entsorgen?
  • ​…

Dann lesen Sie die häufig gestellten Fragen.
 

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Ausbildungen

Müssen Sie als Arbeitgeber asbesthaltiges Material entsorgen? Führen Ihre Arbeitnehmer Arbeiten durch, bei denen sie einem Asbestexpositionsrisiko ausgesetzt sind? Dann sind Sie nach der föderalen Arbeitsgesetzgebung verpflichtet, Ihre Arbeitnehmer die erforderlichen Ausbildungen besuchen zu lassen:
 
  • eine 8-stündige Grundausbildung
  • eine jährliche 8-stündige Weiterbildung
Das Programm dieser Ausbildungen ist festgelegt und umfasst folgende Themen:
 
  • Eigenschaften und Gesundheitsrisiken von Asbest
  • Arten asbesthaltiger Materialien und wie man diese erkennen kann
  • sichere Arbeitsverfahren
  • persönliche Schutzausrüstung
  • Anforderungen in Bezug auf Gesundheitsüberwachung
  • Lagerung und Entsorgung von Abfallstoffen
Einige Asbestentsorgungstechniken (für schwach gebundenen Asbest müssen Sie beispielsweise Avail Glovebags oder das Verfahren der hermetischen Zone anwenden) dürfen nur von zugelassenen Asbestentsorgungsunternehmen durchgeführt werden.

Für Arbeitnehmer dieser Unternehmen gelten noch strengere Ausbildungspflichten. Sie müssen eine Grundausbildung von 32 Stunden und eine jährliche Wiederholungsausbildung von 8 Stunden absolvieren.

Unabhängig davon sind Ausbildungen über Asbest oder Informationssitzungen über Asbest und dessen Risiken nützlich für jeden, der mit Asbest konfrontiert werden kann.

Wenn Sie im Baugewerbe arbeiten, erhalten Sie außerdem verschiedene Ausbildungsprämien. Constructiv leistet sowohl für die im Baugewerbe tätigen Arbeitgeber als auch die in dieser Branche tätigen Arbeiter einen Beitrag zu den Ausbildungskosten.

Eine Übersicht über die Ausbildungen, für die eine finanzielle Unterstützung gewährt wird (darunter verschiedene Asbestausbildungen) finden Sie auf der Website von Constructiv.
 
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